Presse

 

 

Ausstellungen

Toni Stegmayer und Andreas Rhomberg

 

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Vernissage
Mittwoch, 29. Mai 2019, 19 - 21 Uhr

Zu den Ausstellungen
Hartwig Knack

Dauer
bis 13. Juli 2019

 

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TONI STEGMAYER
SEIN UND DEUTEN
SKULPTUREN

 

Galerie Straihammer & Seidenschwann zeigt neue Arbeiten des Bildhauers Toni Stegmayer. Kraftvolle Steinbögen, ästhetische Endlosschleifen und statisch ausbalancierte Modulsysteme stellen einen repräsentativen Ausschnitt aus dem skulpturalen Werk des Bildhauers dar, der heute sehr eigenständig und konkret arbeitet, obwohl er seine Herkunft u. a. bei Wotruba, Hrdlicka und Giacometti sieht.

Der Bildhauer Toni Stegmayer stellt in seinen Arbeiten die Frage nach der reinen, deutungsfreien Kunst. Es entstehen annähernd konkrete Steinskulpturen, die ihre Materialität akzeptieren und dennoch immer wieder auf die Probe stellen. In diesem Spielraum zwischen Versuch und Ergebnis, zwischen Grundstoff und skulpturaler Form hat nur wenig Zufall Platz. Aber die Werke lassen staunen, denn sie beanspruchen die Wahrnehmung und Information des Betrachters, der hineingezogen wird in den Prozess der Entstehung.

Was der Betrachter sieht, ist, was es ist, und anstelle der Deutung muss er sich den grundlegenden bildhauerischen Fragen stellen.

Künstler, Werk und Betrachter sind für die Kunstrezeption wesentlich. Soll mittels Kunst eine Botschaft transportiert werden, ist die rechte Deutung des Gemeinten das Ziel. Die lange Tradition der Hermeneutik in unterschiedlichen Ausprägungen befasst sich mit den Annäherungen an das Werk, das verstanden werden soll, und zwar so, wie es vom Verfasser oder Künstler intendiert ist.

Gegenständliche Kunst gibt vor, was gesehen wird. Kontext und künstlerische Haltung vermitteln das damit Gemeinte. Spirituelle Kunst verschafft dem Unsichtbaren eine Gestalt. Ungegenständliche, konkrete Kunst zeigt das Material und richtet den Fokus auf Strukturen, Systeme, Rhythmus. Alle Qualitäten des unmittelbar Anwesenden werden zum Thema: Gewicht und Masse, Größe und Proportion, Form und Oberfläche, Fläche und Körper, Raum und Volumen, Ruhe und Spannung. All das bedeutet das Sein des Kunstwerks selbst. Es hat die größtmögliche Autonomie, ist frei von Spekulationen und Interpretationen, verbirgt kein Geheimnis, sondern zeigt sich wie es ist: offen, klar, verständlich, pur.

Dadurch entsteht seine Schönheit.

Die Anwesenheit des reinen Kunstwerks ist ein Statement über Information und Wahrnehmung und somit aktuell wie nie. 

(Text Hannah Stegmayer)

 

Biografie

1957 *lebt und arbeitet in Kiefersfelden

Ausbildung zum Steinbildhauer

seit 1984 Arbeit als freischaffender Bildhauer und Videokünstler

Zusammenarbeit u.a. mit George Brecht, Francesco Conz, Ben Patterson, Emmett Williams, Geoffrey Hendricks 

Arbeit im Künstlerteam H+T Stegmayer mit Hannah Stegmayer

seit 2016 Dozent an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor

 

Preise und Förderungen

2014/15 Artist in Residence: Emily Harvey Foundation, Venedig

2006 Förderung des Tiroler Wissenschaftsfonds TWF (Buchprojekt)

2005 Artist in Residence, Factory/Kunsthalle Krems (A)

1982 Stipendium zur Höchstbegabtenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft

1. Preis der Danner-Stiftung für Bau und Gestalten, München

 

 

 

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oben links Bogen, 2019, Belgisch Granit, 111 x 38 x 14,5 cm 

oben rechts CURVE, 2018, Muschelkalk, 27,5 x 35,5 x 10,6 cm

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unten
Bardiglio #2, 2018/19, Stein, 32,5 x 37,5 x 37,5 cm | Bardiglio #3, 2018/19, Stein, zweiteilig, je 25,2 x 30,8 x 10 cm

 

  

 

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ANDREAS RHOMBERG
PAST GRANDEUR
FOTOGRAFIE

 

Bilder von Ruinen repräsentieren zumeist die nüchterne Wirklichkeit von Konflikten, Naturkatastrophen und Werkschließungen.

Doch wie wir Ruinen wahrnehmen ist gar nicht so objektiv und unbeeinflusst. Vielmehr hat die literarische oder visuelle Repräsentation der Ruine eine lange Tradition. Auf die Ruinenlust - von der die europäische Malerei und Literatur seit dem 18 Jahrhundert gepackt wurde und ihrem Höhepunkt in der Romantik - folgen von Virilio bis Marchand & Meffre viele kulturelle Resonanzen auf moderne Ruinen, die sich nicht mehr so einfach in eine ästhetische oder nostalgische Annehmlichkeit verwandeln lassen. 

Die meisten Menschen werden von Ruinen und verlassenen Gebäuden wie baulichen Strukturen auf viszeraler und emotionaler Ebene bewegt. Nicht umsonst haben die Pyramiden, die Katakomben von Paris und Angkor Wat so viele Besucher. Von einzelnen Steinen oder Bauten zu ganzen Städten - Verlassenschaften sind konservierte Momentaufnahmen der Vergangenheit. Zudem inspirieren diese verwaisten Objekte die Vorstellungskraft in einer Art und Weise, die über die aussagekräftige Repräsentation von Geschichte oder nüchterne Dokumentation hinausgeht. 

Die Arbeiten von Andreas Rhomberg zeigen Leerstände und Verlassenschaften aus dem europäischen Raum. Es finden sich Bilder von Industrieruinen und Palazzi in verschiedenen Verfallszuständen, vereinsamten ehemals öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Hotels ebenso wie Details aus dem Anschein nach gerade eben noch bewohnten Schlafzimmern oder einer vor Jahrzehnten ausgebrannten Diskothek. Viele Fotos zeigen einen feinen Sinn für Intimität, die vergessenen Interieurs mit den Spuren der früheren Besitzer oder die floralen Elemente einer rutschenden Zimmerdecke, andere wieder inszenieren Industrieruinen als kühle Schauplätze futuristischer Szenarien. Einige Arbeiten wirken sorgfältig komponiert und weisen ein Gefühl für narrative und dramatische Spannung auf. Komposition, Licht und processing verwandeln alte Fabriken und verfallene Interieurs in Bühnen physikalischer Erzählungen. 

Diese Sujets zu finden und zu fotografieren, das heißt nicht nur Reisen sondern auch Abenteuer eines urbanen Archäologen auf der Suche nach und an unseen places. Die Arbeiten stehen im Rahmen von Archtitekturfotografie und urban exploring und sind in diesem Sinne nicht als direkter Versuch der Rückeroberung von urbanen Räumen zu verstehen. Dennoch ist das Aufspüren, Auskundschaften und Fotografieren von abandonments auch eine Redefinierung der Bedeutung von öffentlichem Raum. Studie, Konservierung und Inszenierung von Verfall visualisieren ehemalige gesellschaftliche landmarks und Symbole aber auch deren Veränderung.

In Zeiten wo die rasante Geschwindigkeit der nicht nur städtebaulichen Entwicklungen noch mehr zunimmt, sind diese Bilder ein gelungener Versuch, das Bewusstsein für soziale Realität in künstlerische Form zu gießen. Andreas Rhomberg ist in diesem Sinne auch ein sozialdokumentarischer Fotograf. Denn seine Bilder erzählen auch viel von ex und hopp, vom Leben im Kapitalismus, von Verschwendung und Vernachlässigung - all den so unmittelbaren Prinzipien unserer Gesellschaft ob nun mit oder ohne Krise. Und so können diese Bilder auch als eine exzellente, kunstvolle Kapitalismuskritik verstanden werden.

(Text: Andrea Strasser)

Biografie

Andreas Rhomberg, geboren 1977 in Dornbirn

lebt und arbeitet in Wien als Grafiker, Fotograf und DJ. 

Ausbildung an der Höheren Grafischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt

in Wien, Arbeit als Grafik Designer bis zum Art Director in mehreren internationalen Werbeagenturen.

 

 

Images (Download):

  

   
 
     

oben  Botteleria, 2014-2018, HDR Technik, 80 x 120 cm

unten links  Roundabout, 2014, HDR Technik, 80 x 120 cm

unten rechts  Legno teatro, 2014-2018, HDR Technik, 80 x 120 cm

 

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Vernissage
Mittwoch, 29. Mai 2019, 19 - 21 Uhr

Zu den Ausstellungen
Hartwig Knack

Dauer
bis 13. Juli 2019

 


 

Ausstellungen

Nina Annabelle Märkl und Elmira Iravanizad

 

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Vernissage
Mittwoch, 17. April 2019, 19 - 21 Uhr

Zu den Ausstellungen
Nina Schedlmayer

Dauer
bis 25. Mai 2019

 

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NINA ANNABELLE MÄRKL
MORPHOSEN
OBJEKT UND ZEICHNUNG

 

Nina Annabelle Märkl arbeitet mit Zeichnungen, Objekten und Installationen im ständigen Übergang von Medien und Betrachtungsperspektiven. Es ist der Blick, der die Zeichnung zur möglichen Skulptur oder zum Raum werden lässt oder aber das Objekt innerhalb einer Installation zum Teil einer Zeichnung macht. Der Künstlerin geht es darum, Zwischezustände zu entwerfen, die Dinge in den Formen ihrer Möglichkeit zu zeigen – ähnlich wie in einem Kaleidoskop –, Bilder und Räume zu entwickeln, die durch Mittel der Irritation Wahrnehmungsgewohnheiten befragen, und so auf eine sinnliche Art und Weise neue Möglichkeiten zu eröffnen,das Bestehende zu betrachten.
Auch, die Formen , die abstrakt erscheinen,sind immer Elemente, die dazu dienen, im Bezug zum Menschen und zur Zeichnung zu stehen. Diese Objekte, können als Räume, Landschaften, Plateaus, ausgelagerte Displaysituationen menschlicher Regungen verstanden werden und dann als Teil einer Erzählung auftreten. Die Bilder und Anordnungen lassen etwas über die Durchlässigkeit des Menschen und seiner Verhältnisse, seiner Außen- und Innenräume, erahnen – mit einem Blick, der ein beobachtender, auswählender, auslösender und zusammenbauender ist. Die Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen - Nähe und Distanz, Durchlässigkeit und Abgrenzung, Entstehung und Auflösung - ist bestimmendes Kriterium in der Arbeit von Nina Annabelle Märkl.
Das Bild – als Installation, Anordnung oder Zeichnung – soll den Betrachter irritieren, ihm etwas Neues zeigen, Fragen auslösen.

Biografie

geboren am 12.12.1979 in Dachau

01/2015- 03/2015
Artist in Residency Stipendium in New York City, International Studio and Curatorial Program (ISCP)

ab 2011
Lehraufträge für Zeichnung an der Akademie der Bildenden Künste München

08/2010- 10/2010
Artist in Residency Stipendium in Düsseldorf, Pilot_Projekt für Kunst e.V.

08/2009- 10/2009
Artist in Residency Stipendium in Stettin, Europäisches Kunststipendium Oberbayern

02/2009
Diplom Freie Kunst, Akademie der Bildenden Künste München

10/2008
Erstes Staatsexamen Kunstpädagogik, Akademie der Bildenden Künste, München

10/2005- 02/2009
Studium Freie Kunst (Bildhauerei), Akademie der Bildenden Künste München, Prof. Stephan Huber

02/2002- 10/2005
Studium der Kunstpädagogik Akademie der Bildenden Künste München, Prof. Fridhelm Klein, Prof. Matthias Wähner

 

 

 

Images (Download):

 

   

oben
Antike-Applikationen, Shifting Perceptions, 2018/2017
muc 15–Tusche und Bleistift auf Papier 36,5 x 28 cm

unten

Frames_2, 2018
Tusche und Bleistift auf Papier 8 mm Vierkantstahl geschweißt Magnete, Nägel ca. 150 x 100 x 3cm

 

 

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ELMIRA IRAVANIZAD
GATE
OBJEKTE

 

Die aus dem Iran stammende, in Berlin lebende Künstlerin arbeitet subtil an der Schnittstelle von Bild zum Objekt. Die oft fast monochromen Bildflächen der Malerei von Iravanizad werden durch Frab- und Formgebilde unterbrochen, die dem Bildgefüge Struktur und Akzentuierungen verleihen. Parallel dazu entstehen Objekte, deren Formen sich aus der Malerei herausgelöst haben könnten. Sie wachsen scheinbar aus der Wand, oder liegen am Boden losgelöst von jeglichem Bezug. Diese Objekte bestehen meist aus Metall und Keramik, Verbindungen zweier ganz gegensätzlicher Materialien, Wobei die Keramik bei elmira Iravanizad oft einen fast fließenden Charakter annimmt. Die Objekte, früher meist schwarz, werden, seit Iravanizad in Berlin lebt, verstärkt mit einem leuchtenen Gelb gefärbt. Diese Farbe steht für die Künstlerin stellvertretend für den kulturellen Unterschied von Iran und Deutschland.

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Biografie

 

Geboren 1987 in Tehran. Lebt und arbeitet in Berlin.

2014 - 2016
Postgraduales Studium an der Universität der Künste Berlin.

2011 - 2012
MA Fine Art, Sir John Cass Faculty of Art, Media and Design, London Metropolitan University.

2007 - 2011
BA Painting, Faculty of Fine Arts, Tehran University.

 

Images (Download):

 

   
 

oben rechts Objekt Nr. 7, ca.20x40cm, Foto: Friedhelm Hoffmann

oben links Objekt No.21, Laquered ceramic, 38x26 cm, 2019, Foto: Parham Mortazavian

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unten Objekt Nr. 20, Lackierte Keramik, ca. 56x31x20cm, 2019, Foto: Parham Mortazavian

 

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Vernissage
Mittwoch, 17. April 2019, 19 - 21 Uhr

Zu den Ausstellungen
Nina Schedlmayer

Dauer
bis 25. Mai 2019